Zoos im Test - Zooserie (I): Hamburg - 02.07.2007 - Von Christiane Langrock-Kögel
Ein Zoo ohne Käfige - mit diesem Konzept revolutionierte Carl Hagenbeck in Hamburg vor hundert Jahren die Ausstellung wilder Tiere. Jetzt gibt es eine neue Attraktion.
Im Gebüsch am Wegesrand steht ein Kodiakbär. Das ist ein großer, brauner Bär aus Alaska. Sein massiger Körper mit dem nassen Fell taucht alle fünfzehn Sekunden zwischen den Ästen auf - so lange braucht er für die kleine Runde, die er beständig geht: ein paar Schritte nach rechts, umdrehen, zurück in die andere Richtung, den Besucher anblicken, wieder umdrehen.
Zwischen Mensch und Tier liegen nur zwei, drei Meter. Nah ist der Bär also, und trotzdem weit weg. Denn hinter den Büschen tut sich ein tiefer Graben auf. Glatter Fels, den kein Bär der Welt überwinden kann.
Ein Zoo ohne Käfige, mit diesem Konzept revolutionierte der Hamburger Tierhändler Carl Hagenbeck vor hundert Jahren die Ausstellung wilder Tiere. In seinem 1907 eröffneten Tierpark Hagenbeck, dem ersten gitterlosen Zoo der Welt, soll der Besucher den Raubtieren und Exoten aus aller Welt möglichst nahe kommen.
Der erste Zoo ohne Käfige
Hagenbeck, der patente Geschäftsmann aus St. Pauli, lässt Freigehege anlegen, die von künstlichen Felsen und Wassergräben begrenzt werden und dem Betrachter den Eindruck vermitteln, er stünde einem Sibirischen Tiger oder einer Rothschild-Giraffe quasi barrierefrei gegenüber.
Ein Zoo ohne Käfige, mit diesem Konzept revolutionierte der Hamburger Tierhändler Carl Hagenbeck vor hundert Jahren die Ausstellung wilder Tiere. In seinem 1907 eröffneten Tierpark Hagenbeck, dem ersten gitterlosen Zoo der Welt, soll der Besucher den Raubtieren und Exoten aus aller Welt möglichst nahe kommen.
Der erste Zoo ohne Käfige
Hagenbeck, der patente Geschäftsmann aus St. Pauli, lässt Freigehege anlegen, die von künstlichen Felsen und Wassergräben begrenzt werden und dem Betrachter den Eindruck vermitteln, er stünde einem Sibirischen Tiger oder einer Rothschild-Giraffe quasi barrierefrei gegenüber.
Seinen Tieren baut Hagenbeck Landschaftspanoramen, die seinen Park schnell berühmt machen. In ihren natürlichen Lebensräumen will er die Tiervölker zeigen - was natürlich der Grundwiderspruch eines jeden Zoos ist.
Und dennoch gehören die Hagenbeck'schen Felspanoramen zu den schönsten Tiergehegen der Welt. Zum Beispiel das Felsmassiv der Himalaya-Tahre. Jene der Ziege und dem Schaf verwandten Gebirgsbewohner aus Asien bewegen sich auf historischem Boden.
Denn seit zehn Jahren stehen die Kunstfelsen unter Denkmalschutz, die der Schweizer Bildhauer Urs Eggschwyler für den Hamburger Hagenbeck entwarf. Auf alten Bildern sieht man den weißbekittelten Eidgenossen mit einem Trupp von zwanzig Männern in Handarbeit Holzgerüste mit Beton verzieren
http://www.sueddeutsche.de/panorama/11/371823/text/
LIebe Grüße,
Linnea