Zoo-Geschichten - Die unendlich nützliche Welt der Dromedare




Zoo-Geschichten - Die unendlich nützliche Welt der Dromedare

Ungelesener Beitragvon Linnea » Sonntag 28. Juni 2009, 15:50

Zoo-Geschichten - Die unendlich nützliche Welt der Dromedare
Samstag, 27. Juni 2009

Old Joe war angesehen. Damals, als Rauchen noch angesagt war. Die Zigaretten mit dem einhöckerigen Kamel auf dem knisternden Papier galten als eine der ältesten und erfolgreichsten Marken der Welt. Auch dank Old Joe.
Das Dromedar stand von Anfang an, seit 1913, für Camel Modell. Sein Ende kam in den Neunzigern. Damals ergab eine Studie, dass mehr Kinder Old Joe kennen als Fred Feuerstein oder Mickey Mouse. Das Dromedar wurde in die Wüste geschickt. Da kommen Kamele auch her.
In der Wüste Negev hat man nun ihren Wert wiederentdeckt - zur Rettung der Akazie. Deren Verbreitung war stark rückgängig. Es mangelte an Wasser, die Frucht ging selten auf. Fütterungsexperimente und Berechnungen von Wissenschaftlern wie David Ward und Kerstin Wiegand zeigten, dass die Verdauungssäfte der Kamele den Akaziensamen besonders gut aufschließen. Die Keimungsrate steigt. Nun werden die Samen gezielt an Dromedare verfüttert, verdaut und ausgeschieden.
Im Zoo ist ein Akazienbaumboom nicht erwünscht. Was hinten rauskommt, wird jeden morgen weggeschippt. Es sind einige Kilos, die die sechs Alt-Welt-Kamele, zwei Trampeltiere und vier Dromedare, produzieren. Doch Exkremente sind kein Thema für Schlagzeilen, anders als die Reproduktion. Kürzlich hat die 17 Jahre alte Jasmin Nachwuchs bekommen. Das Dromedar-Mädchen heißt Jamila, ihr Vater Paul, nicht Joe.
"Unsere Kamele fressen Gras, Heu, Futterrüben, Kleie, Brot und Quetschhafer", sagt Tierpfleger Mario Barabasz. Akaziensamen sind nicht dabei. Die Vegetarier können dürsten und saufen: Sie überstehen einen Wasserverlust von 40 Prozent ihres Körpergewichts und nehmen nach solchen Durststrecken innerhalb weniger Minuten 60 bis 120 Liter Wasser auf. Ein Mensch würde sterben...

Pfleger Barabasz. Im Zoo wird das Tier gezeigt, nicht genutzt. Kamele mit guten Erbanlagen sollen es nun in die Ewigkeit schaffen. Wissenschaftler vom Institut für Kamel-Fortpflanzung in Dubai haben am 8. April 2009 erstmals erfolgreich ein einhöckriges Kamel geklont. Das Dromedar-Mädchen heißt "Indschas" und ist die künstliche Kopie eines Kamels, das 2005 wegen seines guten Fleisches geschlachtet worden war.

Mehr zum Thema:
http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1121468/Die_unendlich_nuetzliche_Welt_der_Dromedare.html

Liebe Grüße,
Linnea
Linnea
 
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von Anzeige » Sonntag 28. Juni 2009, 15:50

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