Zoo-Geschichten - Aus der Kinderstube der Jaguar-Drillinge - Samstag, 6. Juni 2009
Es ist die Zeit der vielen Ahs und Ohs. Wenn im Tierpark Nachwuchs zu sehen ist, seufzen Besucher ungeniert, häufig und laut. Im Raubtierhaus herrscht per se eitel Sonnenschein, seitdem das acht Jahre alte Jaguar-Weibchen Anafi am 16. April Drillinge zur Welt gebracht hat.
Anfangs wogen Jumanes, Atiero und Valdivia 900 bis 1000 Gramm, diese Woche schon das Fünffache. Reviertierpfleger Detlef Jany hat alle Hände voll zu tun: Setzt er ein Jungtier auf die Waage, wollen die anderen zwei aus dem Bastkorb ausbüchsen.Anzeige
"Jaguare entwickeln sich schneller als alle anderen Großkatzen", sagt Tierpark-Kurator Christian Kern. Sie sind die größten Raubkatzen Südamerikas. Erwachsene Männchen messen von Kopf bis Rumpf bis zu 1,70 Meter.
Sie sind kompakt und gedrungen, viel mehr noch als der Puma. Jaguare können hervorragend schwimmen und sind - anders als der ebenfalls wasserfreudige Tiger - gute Kletterer. Diese Talente und eine besondere Physiognomie machen sie so gefährlich für den Rest der Tierwelt. "Ihre Nackenmuskulatur setzt am Knochenkamm auf dem Schädel an", erklärt Kern, "so können sie den stärksten Kieferdruck aller Großkatzen entwickeln."...
"Jaguare haben in der Regel ein gelbes Fell mit schwarzen Flecken. Wie beim Leoparden kommt Melanismus vor", sagt Kern. Dann tragen die Tiere ein schwarzes Fell und werden Schwarze Jaguare genannt. Mit Schwarzen Panther wiederum sind nur Schwarze Leoparden gemeint - und Rosa Panther namens Paulchen existieren nur im Film.
Jaguare und Leoparden werden oft verwechselt. Letztere sind in der Alten Welt, in Afrika und Asien beheimatet. Wie man sie unterscheidet? "Sehr einfach", sagt Kern. Beim Jaguar umschließen die großen, ringförmigen Flecken oft noch einen schwarzen Tupfen; außerdem ist ihr Schwanz in Relation zum Körper kürzer.
Mehr darüber:
http://www.morgenpost.de/printarchiv/brandenburg/article1107290/Aus_der_Kinderstube_der_Jaguar_Drillinge.html
Liebe Grüße,
Linnea