Tier-Greise hinter Gittern




Tier-Greise hinter Gittern

Ungelesener Beitragvon Linnea » Donnerstag 30. April 2009, 19:30

Greise hinter Gittern - Von Michael Miersch 30. April 2009

In der Natur werden Tiere selten alt. Doch in Zoos ist Altenpflege ein wachsender Aufgabenbereich. Dort entwickeln die Tiere ähnliche Gebrechen wie die Menschen: Haarausfall, Herzkrankheiten und auch Demenz.

Knuts Oma heißt Lisa und lebt im Münchner Tierpark Hellabrunn. Sie ist im Großen und Ganzen gut beieinander, obwohl sie mit 32 Jahren für einen Eisbären ziemlich alt ist. Die meisten Säugetiere und Vögel verbringen weniger Zeit auf Erden als der durchschnittliche Mensch. Wobei es einige überraschende Ausnahmen gibt. Manche Bartenwale können an die 200 Jahre alt werden. Das weiß man erst seit kurzer Zeit. Eskimos fanden in einem erlegten Wal Harpunenspitzen einer Bauart, die seit Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr verwendet wird. Spätere Gewebeproben ergaben, dass einzelne Grönlandwale bereits zwei Jahrhunderte lang durch das kalte Polarmeer schwimmen. Auch Esel, Geier, Papageien und Krähen können die 100 überschreiten.

Richtig uralt werden auch Schildkröten, Karpfen und andere Tiere ohne eigene Körpertemperatur. Sie führen ein Leben auf Sparflamme. Säugetiere und Vögel dagegen müssen ständig innerlich heizen, brauchen deshalb viele mehr Nahrung und müssen ein vergleichsweise hektisches Leben führen. Extrem auszehrend ist diese ständige Jagd nach Kalorien für die Etruskerspitzmaus, mit 1,5 Gramm Körpergewicht das kleinste aller Säugetiere. Da ein so winziger Körper ständig Gefahr läuft auszukühlen, muss die Spitzmaus unentwegt Nahrung finden. Ihr ruheloses Leben erlischt nach einem Jahr.

Weshalb flackert das Lebenslicht der einen Tierart nur kurz auf und glüht bei einer anderen über ein Jahrhundert lang? Eine Maus lebt 25-mal länger als eine Fruchtfliege, eine Katze fünfmal länger als die Maus und der Mensch fünfmal länger als eine Katze. Warum das so ist, weiß die Wissenschaft bis heute nicht genau. Eine viel zitierte Theorie hat der Frankfurter Biologe Roland Prinzinger aufgestellt: Wie alt ein Lebewesen wird, entscheidet sich nach der sogenannten Stoffwechselrate, dem Energieumsatz pro Gramm Körpergewicht. Diese verbrauchte Energiemenge ist nach Prinzinger bei allen Organismen gleich groß. Das Geheimnis eines langen Lebens läge demnach in der Gemächlichkeit der Schildkröte. Wer schneller lebt, ist früher tot.

Das ist aber nur eine von Hunderten Theorien über das Altern. Eine abschließende Erklärung, wie die Vergänglichkeit allen Lebens genau zustande kommt, gibt es bis heute nicht.

Mehr dazu:

http://www.welt.de/die-welt/article3651425/Greise-hinter-Gittern.html

Liebe Grüße,
Linnea
Linnea
 
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von Anzeige » Donnerstag 30. April 2009, 19:30

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