Im Bremerhavener Zoo sind sechs der 20 Humboldt-Pinguine schwul. Sie leben in tiefer Treue zu ihrem Partner und brüten – wenn auch auf Steinattrappen. Homosexualität ist im Tierreich weit verbreitet. Sie verringert sozialen Stress in Gruppen und kann dem Überleben von Nachkommen dienen.
Eines der Homo-Pinguin-Pärchen im Bremerhavener Zoo hat Ende April sogar ein echtes, verwaistes Ei erfolgreich ausgebrütet und kümmert sich nun liebevoll um den Nachwuchs. Doch was wie eine nette Anekdote über degenerierte Zootiere klingt, ist keinesfalls selten. Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Riverside berichten im Journal „Trends in Ecology and Evolution“, dass männliche Pinguine nicht nur im Gehege ihren Freunden zugetan sind.
Zudem sind Pinguine auch nicht die einzigen Tiere, für die gleichgeschlechtliche Zuneigung häufig interessanter zu sein
t, als die Liebe zum anderen Geschlecht. „Wir haben Tausende von Berichten von homosexuellen Tieren bei einer Durchsicht der Fachveröffentlichungen gefunden“,
Nathan Bailey und Marlene Zuk. „Und sowohl Freundschaften, längere Partnerschaften und der vollzogene Geschlechtsakt wurden bei Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien, Insekten, Weichtieren und Fadenwürmern beobachtet.“ Schwule Bonobos, Schafe und Strumpfbandnattern und
bische Albatrosse, Fadenwürmer und Zebrafinken – gleichgeschlechtliche Liebe findet offenbar überall statt. Wenn sie aber in allen Klassen des Tierreiches vorkommt, muss sie mehr sein, als eine Arabeske der Natur. Welchen evolutionären Vorteil bietet sie? Das Prinzip der Evolution beruht immerhin darauf, dass durch Mutation und nachfolgende Selektion die Tiere mehr Nachkommen haben, die am besten an ihre Umwelt angepasst sind. Nur – Homosexuelle können ihre Erfolgsgeheimnisse nicht über ihr Erbgut weitergeben. http://www.morgenpost.de/wissen-und-technik/article1113968/Warum_es_auch_im_Tierreich_Schwule_gibt.html
Liebe Grüße,
Linnea