Meeresbiologie - Wie der Weiße Hai den idealen Jagd-Grund wählt
Wo gibt es die meisten Beutetiere? Wo ist die Konkurrenz nicht groß? Wer glaubt, der Weiße Hai überlässt die Jagd dem Zufall, irrt gewaltig. Mit Methoden, die eigentlich für die Suche nach Serientätern entwickelt wurden, belegen Forscher erstmals, welche Faktoren der Räuber bei der Jagd berücksichtigt.
Dass der Weiße Hai ein gefürchteter Jäger ist, weiß nicht nur dessen Lieblingsbeute, die Robbe. Auch der biologische Laie weiß es spätestens seit dem gleichnamigen Hollywood-Streifen. Doch die Raubfische sind selten und wenig beobachtet, und so wissen Meeresbiologen wenig über ihr Jagdverhalten. Mit den Methoden der Kriminalistik, dem „geografischen Profiling“, haben amerikanische Forscher jetzt in der False Bay nahe Kapstadt in Südafrika untersucht, wie die Raubfische auf die Jagd gehen.
Wie sich zeigte, agieren Haie von einer festen heimatlichen Jagdbasis aus, sagt Neil Hammerschlag von der Universität von Florida in Virginia Key. Anders als man zunächst vermuten würde, wählen sie ihren Stützpunkt aber nicht allein danach aus, wo die höchste Robbendichte herrscht. Die Strategie ist differenzierter, wie das Team demnächst im „Journal of Zoology“ berichten wird. Demnach wählen Weiße Haie als Stützpunkt einen Ort, der einen Kompromiss zwischen drei Faktoren bietet: Robbendichte, einfache Robbensichtung und den Jagderfolg mindernde Konkurrenz durch andere Haifische.
Mehr zum Thema + Bilderreihe (38 Fotos) dazu:
http://www.morgenpost.de/wissen-und-technik/article1113984/Wie_der_Weisse_Hai_den_idealen_Jagd_Grund_waehlt.html
Liebe Grüße,
Linnea