Bedrohter Lebensraum - Die fliegenden Frösche von Montserrat
Tiere vom Aussterben bedroht – Vorübergehende Heimat in europäischen Zoos
San Juan/Puerto Rico – Mit einem stolzen Gewicht von fast einem Kilo gehört der Antillen-Ochsenfrosch zu den größten Fröschen der Welt. Er kommt nur noch auf der Karibikinsel Montserrat vor. Doch das Tier ist akut vom Aussterben bedroht. Erst machten Einheimische auf ihn Jagd, die sein nach Huhn schmeckendes Fleisch als Delikatesse liebten – im Englischen wird er deshalb „Berghuhnfrosch“ genannt. Dann wurde ein Großteil seines Lebensraums vom Vulkan Soufrière Hills zerstört. Und jetzt bedroht ein gefährlicher Pilz den seltenen Riesenfrosch (Leptodactylus fallax).
Biologen befürchten, dass der Pilz Chytridiomycosis die nur noch wenige tausend Exemplare zählende Population weiter dezimiert. „Die Auswirkung des Pilzes ist katastrophal“, sagt Andrew Cunningham von der Zoologischen Gesellschaft London. „Der Berghuhnfrosch ist praktisch ausgelöscht.“
Dutzende dieser Amphibien sollen mit einem Kostenaufwand von etwa 14.000 Dollar (10.000 Euro) in britische und schwedische Zoos ausgeflogen werden. Dort sollen sie in klimatisierten Räumen mit automatischer Berieselung leben, die ihren Lebensraum im tropischen Regenwald nachahmen. Biologen in sterilen Ganzkörperanzügen aus Papier werden sich dann um die seltenen Tiere kümmern, bis sie eines Tages wieder in die Freiheit zurückkehren können. „Wir sind in einer Situation, wo diese Art für immer aussterben könnte“, betont Garcia die Dringlichkeit der Lage. Sein Kollege Andrew Terry pflichtet bei: Frösche sollten idealerweise in ihrer natürlichen Umgebung leben, aber das Ausfliegen sei die einzig kurzfristig mögliche Lösung gewesen.
Würde man die Frösche in Gegenden bringen, die noch pilzfrei sind, würden sie nicht genug Nahrung finden, wie Terry erklärt. „Die Berghuhnfrösche sind Tiere mit hohen Ansprüchen an ihre Nahrung.“
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http://www.epochtimes.de/articles/2009/06/06/454333.html
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Linnea